15 Jahre *CINEMA HIGHLIGHTS* - Eine Danksagung an alle, die mir immer geholfen haben ...

Heute, am 18.11.2021, ist es 15 Jahre her, dass mein erster Film *An Inspector Calls* damals das Licht der Kinoleinwand im Prager Frühling erblickte. Es gab damals drei Vorstellungen, 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr. Damals war ich 18 Jahre alt, hatte alle Mühe und Not das Projekt fertig zu stellen und war manchmal kurz vorm Aufgeben. Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, dass es mal einen zweiten Film geben würde, geschweige denn so viele, die noch kommen würden. Vor 15 Jahren bestand meine Technik auch nur aus einem einfachen Mini-DV Camcorder, einem simplen Mikro und einem einfachen Schnittprogramm, an das heute nicht mehr zu denken ist in Zeiten von HD und 4K. Als ich mich für weitere Projekte entschloss, war mir immer klar aus der Technologie, die ich zur Verfügung habe immer das möglichst beste herauszuholen, um auch immer etwas zu haben, was ich vorher noch nicht hatte. Ohne ein wirkliches Budget war da nicht immer viel möglich, aber zum Glück war es mir immer gelungen Freunde, Bekannte, Familie und Schauspielinteressierte zu finden, die Spaß dabei hatten mich bei meinen Projekten zu unterstützen. Wichtig war mir auch immer eine gute Geschichte und bei meinen Mitstreitern war es mir weniger wichtig, ob sie ausgebildete Schauspieler waren oder nicht, etwas vor der Kamera wiedergeben zu können war das entscheidende und ich denke bis heute habe ich da immer eine gute Wahl getroffen.

Ich habe über die Jahre hinweg durch meine Projekte viele interessante und nette Menschen kennengelernt, einige wurden gute Freunde mit der Zeit, zu anderen konnte ich den Kontakt nach einer gemeinsamen Produktion leider nicht aufrecht erhalten, wie ich es gerne getan hätte, was aber bei so vielen Leuten auch normal ist denke ich. Lebenswege trennen sich, Menschen entwickeln sich weiter. Ich bin auch natürlich nicht mehr derjenige, der ich vor 15 Jahren war und sehe heute manche Dinge natürlich auch anders, wenn ich auf die Dreharbeiten und meine Filme zurückblicke. Von allen, die je an meiner Seite waren, die zusammen mit mir meine Projekte realisiert haben, gibt es niemanden, an den ich jetzt wirklich negativ zurückdenke. Sicher war man mal unterschiedlicher Meinung, klar ist auch, dass nicht immer jeder mit jedem auskommen kann, aber wenn ich nicht all diese Menschen im Laufe der Jahre bei mir gehabt hätte, hätten wir nie zusammen das alles auf die Beine stellen können, was wir erreicht haben. Seid ich damals meinen ersten Film gedreht habe, ist das Filmemachen, Regieführen, ja auch Schauspielern ein großer Teil meiner Persönlichkeit geworden und etwas, worin ich einfach meine größte Passion gefunden habe, etwas, was mich am meisten wohl definiert. Im echten Leben war ich gerade in meiner Jugend und auch später ein sehr schüchterner und auch zurückhaltender Mensch, da war das für mich ein großer Ausgleich irgendwie dazu. Sicher gefällt auch nicht jedem, was ich so gemacht habe in meinen Filmen, aber was soll's? Geschmäcker sind verschieden und bis jetzt reagierte die Mehrheit bei Filmpremieren auch immer sehr positiv, was mich natürlich aufbaut. Es kam in den Jahren auch öfter vor, dass ich von wildfremden Menschen auf der Straße angesprochen wurde, die meine Filme auf YouTube, im Leipzig-Fernsehen oder nun auch auf Daily Motion gesehen hatten, mir dazu gratulierten und auch mal ein Foto oder Autogramm haben wollten, was mich dann auch ganz schön aufgebaut hatte, denn das waren schon tolle Erfolgserlebnisse. Ebenso auch die Filmpremieren. Der Druck jedes Mal, die Angst davor, wie das Publikum reagiert, das brachte mich auch nach über 10 Jahren noch immer zum zittern, besonders 2016 bei der Premiere von *Die Macht der Träume*, meinem persönlichen Liebling meiner eigenen Werke. Ich denke ich kann wohl mit gutem Gewissen sagen, dass ich immer sehr viel Herz und sehr viel Energie in meine Filmprojekte stecke, um am Ende etwas zu schaffen, worauf wir stolz sein können, alle Beteiligten. Das mag manchmal dazu führen, dass ich vielleicht als Regisseur etwas überspannt bin, sollte mal etwas nicht gleich funktionieren oder Probleme bei einem Projekt geben, doch ich möchte gerade an dieser Stelle allen Menschen, egal ob vor oder hinter der Kamera, die in den letzten 15 Jahren an meiner Seite waren ein besonderes Dankeschön von Herzen aussprechen. Dafür, dass ihr mich unterstützt habt, für eure Zeit, tolle Zusammenarbeit und viele schöne Erinnerungen. Ihr seid einfach die Besten und ich hoffe doch inständig euch alle eines Tages mal wiedersehen zu können.

Da wäre 2021 ein tolles Jubiläumsjahr geworden, doch dieses Mal muss es wohl bei einer virtuellen Feier und einem Artikel hier bleiben. 2011 feierten wir das 5jährige mit *Aus dem Tagebuch eines Vaters*, der bisher einzigen Fortsetzung, die ich bis jetzt gedreht habe und 2016 hatte ich zum 10jährigen mit *Die Macht der Träume* wohl meinen persönlich besten und auch erfolgreichsten Film eine wahnsinnstolle Jubiläumsfeier, wie ich sie bis dahin noch nie erlebt hatte. Wäre mein angefangenes Projekt *Eine zweite Chance* im Jahr 2020 wie geplant fertig geworden, wäre *Phantom II* mein nächstes und das große Jubiläumsprojekt für dieses Jahr gewesen, gleichzeitig auch mein 20. Film insgesamt. Das wäre sicher ein tolles Jubiläum geworden, denn es war viel geplant. Sehr viel und ich hatte mich auf eine ganze Menge toller und abwechslungsreicher Drehs gefreut.

Die letzte Filmpremiere ist nun auch schon drei Jahre her, das ging schneller als man denkt. Als wir dank der Corona-Pandemie die Dreharbeiten für *Eine zweite Chance* abbrechen mussten, brach es mir insgeheim das Herz. Es sollte auch eine Geschichte ähnlich wie *Die Macht der Träume* werden, doch nicht so groß angelegt und ich wollte zusammen mit meinem Papa eine Vater/Sohn Geschichte erzählen und auch so gemeinsame Zeit für die Ewigkeit auf Film festhalten. Ich hatte wieder neue tolle Leute, die mich dabei unterstützen wollten, technisch ging es noch mal eine ganze Spur qualitativer nach oben, aber als freischaffender Filmemacher hatte man es zu den Zeiten wirklich nicht leicht ein Projekt auf die Beine zu stellen und nach einem Drittel unterbrachen wir die Arbeit auf unbestimmte Zeit fürs erste. Doch das liegt nun auch schon über ein Jahr zurück. Ich fühlte mich in dieser Hinsicht oft verloren, als hätte ich mit diesem mir auch sehr ans Herz gehende Projekt einen großen Teil meiner Selbst verloren und wollte eigentlich alles hinschmeißen, mich vom Filmemachen abwenden. Hinzu kamen noch einige private Probleme, die mir das Leben schwer machten und ich hatte das Gefühl durch diesen Verlust und ein gescheitertes Projekt meine ganze Leidenschaft und Ambitionen dafür verloren zu haben. Es machte mir filmisch nichts mehr Spaß, schneiden wollte ich auch nicht mehr oder gar spielen, irgendwie war ich einfach verloren. Seien wir mal ehrlich, gerade wenn man die 30 überschritten und so viel schon im Leben verpasst hat wie ich, hat man keine Zeit mehr Dinge zu sagen wie "irgendwann mal mache ich das", denn dann wird aus irgendwann mal nie und man wird es vielleicht immer bereuen, wenn es zu spät ist. Und dann fehlen schöne Erinnerungen an Menschen, die vielleicht bald nicht mehr da sind. Gerade 2020 war ich so hochmotiviert mit den Projekten, meine Freude und Lebenslust stieg so ungemein, da war dieser Tiefschlag für mich wie eine Art Beerdigung meiner selbst. Sicher, ich habe mich anderen Dingen zugewandt, in erster Linie dem Sport, aber das, was mich am meisten ausmacht und mir mitunter die glücklichsten Momente in meinem Leben gab, wird man niemals einfach so hinter sich lassen können.

Ich hatte vor kurzem filmisch wieder mehr zu tun und habe schon gemerkt, dass es doch Spaß machen kann und man sich wieder auf etwas freut. Ich weiß noch nicht, wie es im kommenden Jahr weitergehen wird, aber ich hoffe, dass meine Arbeit an *Eine zweite Chance* nicht umsonst war und wir die Dreharbeiten im Frühjahr wieder fortsetzen können. Denn beerdigen möchte ich meine "Cinema Highlights" eigentlich nicht, eher wiederbeleben und positiv in die Zukunft starten, denn ich habe noch einige Geschichten, die ich gerne erzählen und mit euch teilen möchte.


Bleibt gesund und gehabt euch wohl!


Alles Liebe, Stephan ;)