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China - eine Reise in eine andere Welt ...

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Ach ja, wo soll ich bei der Erzählung nur beginnen? Gerade bin ich schon 30 Jahre alt geworden und hatte einen schönen Tag mit meinen Eltern, doch wenn ich jetzt vor dem Spiegel stehe und mir sage, dass ich jetzt 30 bin fühlt sich das irgendwie total falsch an ... ;) 

 

Aber kommen wir mal zum eigentlichen Thema dieses Berichts. Hinter mir liegen jetzt 13 Tage Abenteuer in einem sehr weit entfernten Land hinter mir. Zu Beginn der Reise war ich doch etwas nervös, immerhin war ich in den 30 Jahren meines Lebens noch nie so weit alleine unterwegs. Dort war ich zwar dann in einer Gruppe, jedoch bin ich noch nicht sehr oft geflogen und habe immer - gerade bei so weiten Reisen - Angst, dass da was schief geht. Jedoch lief alles gut und nach 12 Stunden Flug kam ich dann schließlich in Peking an und das Abenteuer konnte beginnen. Zum einen war ich ja letztes Jahr schon mit Studiosus-Reisen in Rom, daher war mir der Ablauf schon vertraut. Unser Reiseleiter war Chinese, der gut Deutsch sprach und sich Heinrich nannte. Er empfing uns alle am Flughafen und auf dem Weg zum ersten Hotel machten wir schon unseren ersten Stop am "Vogelnest" von China, dem Olympiazentrum. Der Bau wird Vogelnest genannt, da er so konstruiert wurde und so aussieht. Das war an sich schon sehr beeindruckend, hinterher kamen wir dann in unser erstes Hotel in Peking. Das erste Zimmer war ziemlich klein, aber es lebte sich für drei Tage gut dort. Als Gruppe hatten wir dann unser erstes gemeinsames Abend- essen.  Was mir schon am ersten Abend auffiel, ist, dass die Chinesen eine schöne Art haben, Abendbrot zu essen. Oft gab es ähnliche Sachen, aber im allgemeinen stellen sie eine kreisrunde gläserne Platte auf den Tisch, auf dem das Essen abgestellt wird und dann kann man es einfach im Kreis drehen und jeder nimmt sich was herunter. Wer fertig ist, stellt seinen Teller auch auf die Platte und das ist das Zeichen, das abgeräumt wird. 

 

Ursprünglich sollte unsere Reise mit der verbotenen Stadt beginnen, doch unser Reiseleiter ent- schied sich dann doch mit der großen Mauer anzufangen, um nicht Zeit durch starken Verkehr und Stau zu verlieren, was an einem Samstag sehr wahrscheinlich passieren wird. Schon gleich ging es los mit einem Verkehrsunfall, als ein junger Chinese, der auf das Handy starrte und nicht nach vorne, in unseren Bus knallte. was beinahe auch in einem Faustkampf mit unserem Bus- fahrer endete. An der großen Mauer angekommen hatten wir drei Stunden Zeit und die Wahl: Gehen wir nach rechts in Richtung Mongolei und haben dort hohe und steile Stufen, aber weniger Touristen, oder gehen wir in die andere Richtung nach Nordkorea und haben dann einen flachen Weg, aber dafür mehr Touristen? Ich ging natürlich in beide Richtungen, um möglichst viel auch für meine Filmaufnahmen einzufangen. Natürlich werde ich nach dem Abschluss von "Phantom" auch einen Film über China machen. Leider war das Wetter ziemlich grau und unser Reiseleiter gab uns in Peking generell oft den Tipp einen Mundschutz zu tragen, aber dennoch war es schon ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Hinterher gingen wir dann in eine Perlenzucht, in der wir von einer jungen Frau, die auch Deutsch sprach, erklärt bekamen, wie aus Muscheln Perlen ent- nommen und verarbeitet werden. An diesem Abend gab es auch noch die Möglichkeit einen Besuch in der Pekingoper zu machen, auf den ich mich aus Neugier mit einließ, es aber hinterher doch bereut hatte. Sagen wir mal es war eine Erfahrung das zu erleben, die Chinesen haben durchaus tolle Kostüme und können Opern in kurzer Zeit erzählen, jedoch waren der "Gesang" und die "Musik" nicht mein Fall und ich hatte eher furchtbare Kopfschmerzen hinterher. Den zweiten Tag in Peking begannen wir mit einem Ausflug zum Platz des himmlischen Friedens. Dieser Platz, auf dem ein großes Bild von Mao Zedung hängt, fällt eher durch seinen Gigantismus auf, jedoch verbrachten wir da nicht viel Zeit, bis wir weiter zur verbotenen Stadt gingen. Die Verbotene Stadt ist ein Meisterwerk der chinesischen Architektur. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: ein annähernd rechtwinkliger Grundriss – ausgerichtet entsprechend dem Prinzip von Yin und Yang an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer der meisten Hauptgebäude sind teilvergoldet und mit gelb glasierten Ziegeln bedeckt. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen. Am Abend gingen wir dann wieder in ein Restaurant, in dem wir mit ansehen konnten, wie eine Pekingente zubereitet wird, die wir anschließend natürlich auch essen konnten. Am dritten und letzten Tag in Peking begannen wir unsere Reise mit einem Ausflug in die sogenannten Hutongs, alten, aber mittlerweile restaurierten Wohnvierteln, die eher an Slums erinnern. Die Bewohner lebten dort früher dicht gedrängt. In kleinen schmalen Räumen und es gibt nur öffentliche Toiletten. Für mich als Europäer war dies zwar interessant zu sehen, jedoch könnte ich mir nicht vorstellen unter solchen Bedingungen zu leben. Danach fuhren wir noch mit einer Rikscha, einer Kutsche, durch die Gegend, bis wir in einem kleinen Haus der Hutongs ein Mittagessen zu uns nahmen und dann zum Bahnhof fuhren. Mit dem schnellen Zug ging es dann in 4 Stunden 1144 km nach Xian. 

 

Das erste große Highlight in Xian war von dem grandiosen Hotelzimmer mal abgesehen natürlich die Terrakotta-Armee. Wir verbrachten einen Großteil des Tages in dem Museum, wo die tönernen Soldaten des ersten chinesischen Kaisers sein Grab bewachen und in Reihe und Glied salutieren. Unser Reiseleiter führte uns quer durch verschiedene Hallen, wo wir auch pausierten und viele Photos bzw. Videos machen konnten. Am Abend des Tages gingen wir dann wieder in ein Restaurant und aßen eine Menge Teigtaschen, die bei einem Besuch in Xian genauso auf dem Pflichtprogramm stehen sollten, wie der Besuch der Terrakotta-Armee. Am zweiten Tag in Xian machten wir zuerst einen Ausflug in eine große Moschee, wo jeder von uns die Möglichkeit hatte an einem Gebet teilzunehmen und sich etwas für die Zukunft zu wünschen. Danach machten wir noch Halt am Glockenturm, einem zentralen Punkt der Stadt, bis wir weiter zur Stadtmauer kamen, auf der wir wieder Zeit für uns hatten, um auf ihr spazieren zu gehen, etwas zu trinken oder zu essen und natürlich Bilder und Videos zu machen. Am Abend mussten wir dann zum Flughafen eilen, denn unser erster Inlandsflug nach Hangzuo ging bald los. 

 

Am folgenden Tag hatten wir zu Beginn die Wahl, was wir unternehmen wollten. Wir konnten mit unserem Reiseleiter eine ausführliche Radtour durch die Landschaft Xians machen oder eine Floßfahrt. Ich entschied mich für die Radtour, was auch die bessere und abenteuerlichere Wahl war. Die meisten aus der Truppe waren natürlich schon älter, was bei Studiosus-Reisen üblich ist. Doch ab 70 und drüber darf man keine Floßfahrten mehr machen. Zur Radtour bekamen wir ältere Fahrräder und mussten uns erst kurz eingewöhnen, aber wir fuhren über 6 Stunden durch die Stadt, durch die Berge, an Flüssen und Feldern vorbei. Unser Reiseleiter hielt bei einer kleinen Familie, die er kannte in einem Nachbardorf mit uns an, wo wir unser Mittagessen bekam. Das wahrscheinlich leckerste, was wir auf der ganzen Reise hatten. Am Abend gab es dann noch ein ganz besonderes Highlight: Ein phänomenale Lichtshow Liu Sanjie, die auf einer Freilichtbühne abgehalten wurde und gigantische Effekte hatte. Leider hatte ich mein Teleobjektiv auf der Reise nicht mit, jedoch konnte ich mir von einer Reisegefährtin ein passendes borgen, die das gleiche Kameramodel hatte. Jedoch waren die oft schlechten Manieren der Chinesen und die manchmal recht deutliche Unhöflichkeit da auch im Mittelpunkt. Das war etwas, was mich an den Chinesen dann doch sehr gestört hatte, wenn sie einfach die Vorstellung behindern, sich mitten ins Bild stellen und dann nicht mal weggehen wollen. 

 

Den mittlerweile 9. Tag unseres Trips begannen wir mit einer Bootsfahrt auf dem Li-Fluss. Das war schon eine traumhafte Kulisse, mit kegelförmigen Kastbergen, sanften Uferwiesen und auch Wasserbüffeln. Als wir von Bord gingen besuchten wir dann eine kleine Fabrik, in der wir lernten, wie Fächer hergestellt werden, was auch ein sehr interessantes Unterfangen war. Schließlich ging es dann zurück zum Flughafen am Abend, wo unser nächster Inlandsflug nach Hangzhuo ging. 

 

Hangzhuo wird von den Chinesen oft als Paradies auf Erden bezeichnet, was auch zutrifft. Wir besuchten Tempel, Teeplantagen und machten auch eine weitere Bootsfahrt. Hinterher besuchten wir eine Drachenteeplantage und kamen ins Gespräch mit einem Farmer, der uns viel darüber erzählen konnte. Zum Schluss ging es dann noch zum lachenden Budda. 

 

Schließlich gingen auf unser letztes Reiseziel zu. Shanghai, auf die Stadt, auf die ich mich am meisten gefreut hatte, doch dann dank des Wetters enttäuscht war. Ausgerechnet an den Tagen fing es fürchterlich an zu regnen. Das ärgerte mich schon sehr, sodass ich tagsüber kaum schöne Aufnahmen in Shanghai machen konnte. Aber am Abend wurde es dann besser, ich schloss mich ein paar Leuten aus meiner Truppe an und wir fuhren mit der U-Bahn quer durch die Stadt zurück zum Bund, einem Aussichtsplatz, wo wir schöne Aufnahmen der nachts toll beleuchteten Skyline machen konnten. Am letzten Tag hatten wir eigentlich gehofft etwas mehr von der modernen Stadt zu sehen, jedoch führte unser Reiseleiter uns eher durchs alte Shanghai und setzte uns stunden-lang in ein Café, was uns weniger gefiel. Beim letzten gemeinsamen Abendessen verabschiedeten wir uns dann voneinander, denn am nächsten Tag ging die 15 Stunden lang andauernde Heimreise, die schon sehr schlauchend war.  Gegen Mitternacht war ich dann zu Hause und konnte mit meinem Vater in meinen 30. Geburtstag reinfeiern, der mich dann auch vom Flughafen abgeholt hatte. 

 

Also zusammengefasst muss ich sagen war es zu 90% ein sehr positives Erlebnis und viele Stunden Videomaterial sind angefallen, aus denen ich dann eine neue Reisedokumentation nach der Fertigstellung von "Phantom" machen werde.   Zu den wenigen negativen Erlebnisse zähle ich sowohl kulturelle, als auch organisatorische Dinge. Zum einen habe ich die Chinesen oft als un- angenehm laut und sehr unhöflich aufgefasst, von den sehr miserablen bis nicht vorhandenen Tischmanieren mal abgesehen. Öffentliche Toiletten würde ich dort keinem empfehlen, wenn es nicht sein muss, aber auf der anderen Seite kennen die ja nichts anderes. Einmal war das Hotel auch ne ganz schöne Pleite, einen vergilbten und ekelhaften Raum, der dann getauscht werden musste. 

 

Zum Abschluss gibt es noch ein Reihe von Photos, die ich gemacht habe und bald gehts ja auch weiter in die USA. Hoffe nur bis spätestens Weihnachten bin ich fertig mit dem China-Film ;) 

 

Alles Liebe, ST*