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"Von Genua bis Amsterdam" - Stephan reist um die Welt - Ep. 4 (2)

June 2, 2019

Es ist schon wirklich eine schöne Sache zu reisen und viel von der Welt sehen zu können. Ich habe das Glück, dass mir diese Möglichkeiten geschenkt worden und ich bin mehr als glücklich darüber dadurch schon viel gesehen und erlebt zu haben, auch dankbar natürlich für meine Eltern, die mir dies ermöglicht haben. Lasst mich nun von meinem neuen Abenteuer erzählen und ich hoffe es gefällt euch. 

 

Dieses Mal war es eine Schiffsreise, beginnend in Genua, Italien. Ich war wohl mit so ziemlich der Jüngste auf dem Schiff, der MS Albatros, da die meisten auf solchen Kreuzfahrten eher über 60 sind, das hält einen jedoch nicht davon ab die tollen Eindrücke zu genießen. Nachdem wir also in Genua gelandet waren gingen wir gleich auf das Schiff. Von der Stadt selbst haben wir nicht viel gesehen, außer die Küste, da wir von dort starteten und keine Ausflüge gemacht haben. Den ersten Ausflug hatten wir in Portoferraio (Elba). Nach einer langen Bußfahrt an der Küste Elbas entlang mit verschiedenen Stops, um schöne Ausblicke auf kleinere Inseln photographieren und filmen zu können, kamen wir bei einer etwas anderen Seilbahn an, wie man sie hierzulande wohl nicht kennt. Wir stellten uns in Reihe auf und wir mussten zu zweit in einen kleinen Käfig steigen, der uns in 20 Minuten 1500 Meter in die Höhe brachte. Auf Anhieb dachte ich erst "Oh Mann, so eine kleine Gondel, die aussieht wie ein Käfig und maximal 2 Personen und dann meine Höhenangst", aber es stellte sich doch ganz anders heraus. Man stand sogar ziemlich sicher und es wackelte kaum darin. Ich wollte von dort aus auch ein paar Bilder und Videos mit meinem Handy machen, doch mein 80jähriger Fahrgefährte, der zwar sehr nett und sympathisch war, hörte leider während der Fahrt kaum auf zu reden und erzählte mir seine ganze Lebensgeschichte. Die Aussicht war aber phänomenal und in solchen Momenten wünsche ich mir oft, dass ich fliegen könnte. Es war auch schlagartig natürlich sehr kalt da oben und jeder in unserer Gruppe hatte plötzlich ne laufende Nase. Nachdem wir aber die phantastische Aussicht für eine halbe Stunde genossen hatten, mussten wir wieder nach unten fahren. Also noch einmal in einem kleinen Käfig, jedoch konnte ich dieses Mal einen für mich alleine ergattern. 

Am folgenden Tag landeten wir im Hafen von Gaeta und machten von dort aus eine Fahrt nach Neapel. Vor Ort bekamen wir eine sehr nette Reiseleiterin zugeteilt, die uns durch die Stadt führte. Wir besuchten den Marktplatz, verschiedene Kathedralen und sie führte uns durch die sehr engen kleinen Gassen der Stadt. Sicher haben wir immer nur ein paar wenige Stunden am Tag Zeit, um etwas von einer Stadt zu sehen, Ich mag den italienischen Stil der Architektur irgendwie, es hat irgendwas warmes für mich. Da ich vor zwei Jahren in Rom war kam mir viel bekannt vor, denn in den kleineren Straßen Neapels sieht es natürlich nicht viel anders aus. Was nicht immer schön war, auch bei anderen Ausflügen, war, dass extra bei der Buchung angegeben wurde, dass es für Gehbehinderte nicht geeignet ist, jedoch immer wieder welche dabei waren, was dann öfter zu Zeitverlusten führte. Na ja, wie auch immer. Neapel war eine schöne Stadt und am nächsten Tag gings weiter nach Amalfie, eine traumhafte Küste. Das Wasser war kristallklar, man hatte richtig Lust gleich schwimmen zu gehen. Das erste Mal kam es dort vor, dass wir nicht direkt im Hafen ankern konnten, sondern per Tenderboot an Land gebracht werden mussten. Ich bin wahrhaftig nicht all zu sehr seetauglich, obwohl ich nie seekrank war auf der Reise, doch meine letzte Schiffs- fahrt liegt 17 Jahre zurück. Das Schaukeln der Boote war teilweise sehr extrem, da konnte einem schon mal schaurig werden. Amalfie war eine wunderschöne Küste, wir verbrachten den Vormittag an Land und schauten uns um, gingen auch durch die kleinen Gassen und ich machte einige schöne Aufnahmen. Zum Mittag waren wir zurück an Bord, am Nachmittag gingen wir noch mal an Land, um ein bisschen einzukaufen und die Umgebung auf uns wirken zu lassen. 

Von Amalfie aus ging es weiter zu den Liparischen Inseln, wobei wir vorher an der bekannten Vulkaninsel Stromboli vorbei fuhren. Diese Insel ist ein ein einziger großer Vulkan, der sogar noch öfter aktiv ist und auch rauchte, als wir früh um 7 Uhr vorbei fuhren. Ich stellte auch fest, dass es auf dieser Insel sogar Dörfer gibt und Menschen, die dort leben, was mir vorher nicht bekannt war und ich persönlich würde sicher nicht auf einer Vulkaninsel leben wollen. Auf den liparischen Inseln machten wir dann natürlich halt und besuchten sie ebenfalls. Eine kleine Inselgruppe mit verschiedenen Dörfern und Städten, Einkaufsmeilen und natürlich auch Kirchen und Museen. In einer kleinen Boutique kaufte ich mir einen Lavastein, der gilt in der Gegend als Glücksbringer. Ich hoffe doch mal, dass er mir in Zukunft auch Glück bringen wird. 

Der nächste Halt führte uns nach Trapani, Sizilien. Es war ebenso ein schöner Ort, mit kleineren Gassen und vielen Läden, schönen Kirchen und einem guten Blick auf die Küste. Der Ort war relativ schmal, sodass wir - nachdem wir am Hafen angelegt hatten - nicht all zu lange brauchten, um auf die andere Seite der Stadt zu kommen und dort wieder einen Blick aufs Meer hatten. Schade war nur, dass wir am Sonntag auf Trapani waren, da hatten leider die meisten Geschäfte zu. Doch einige wenige öffneten für Touristen. Nach einem Erholungstag auf See ging es dann weiter nach Cartagena, Spanien. Nach einem Spaziergang durch die Stadt, vorbei an einem schönen Marktplatz, einem gut gestalteten Rathaus, verzierten Gassen und einem Museum, waren wir noch in einem kleinen antiken Theater, was das Highlight dieses Besuches war. In Italien/Spanien sind Gebäude oft mit Verzierungen und Mustern ausgestattet, die einfach schön anzusehen sind, was es aber hierzulande wohl kaum gibt. Hab ich jedenfalls in Leipzig noch nie so gesehen und anderen Städten, in den ich war. 

Schließlich kamen wir - an meinem Geburtstag - in Gibraltar an. Das erste Bild, was wir von Gibraltar bekamen war ein großer Berg, umhüllt in einer Wolke, die irgendwie bedrohlich aussah, als ob ein außerirdisches Raumschiff den Berg angreift. Einen Ausflug als Gruppe hatten wir an dem Tag aber nicht, jeder konnte für sich alleine die Insel erkundigen. Meine Mutter und ich erkundeten dann also auf eigene Faust die Gegend. Wir gingen zum City-Center und besuchten dort eine Glasbläserei und konnten sehen, welche tollen Objekte dort hergestellt wurden, spazierten über den Marktplatz und besuchten einige Souvenir-Shops, bevor wir zurück zum Schiff mussten. Am Abend war das Kapitänsdinner, sodass wir in Abendkleidung erscheinen mussten. Nach dem Essen gaben die Kellner sogar noch ein Ständchen für mich, spielten Gitarre und sangen in verschiedenen Varianten Geburtstagslieder für mich. Einige Leute kamen danach zu mir und gratulierten mir zum Geburtstag, manche davon hielten mich sogar für 19 oder 20 Jahre und waren dann ganz überrascht, wie alt ich wirklich geworden bin.

Schließlich kamen wir in Portimao, Portugal, an. Wiederum nach einer Busfahrt besuchten wir dort auf dem Land verschiedene Tempel, wobei unsere Reiseleiterin vor Ort etwas mehr erzählte, als die meisten wahrscheinlich wissen wollten und lieber mehr gesehen hätten. Dort traf ich auf einen der freilaufenden Tempelhunde, die trotz allem aber sehr sauber und gepflegt sind. Er kam zu mir auf der Suche nach einem Leckerlie, was ich ihm leider so nicht geben konnte, also gab ich ihm eine Streicheleinheit und das gefiel ihm. Ich sagte dann zu ihm: "Weißt du was, mein Lieber? Du bist mein neuer Freund, am liebsten würde ich dich mit nach Hause nehmen" und er wollte nicht weg. Doch ich fügte hinzu: "Ich taufe dich auf den Namen Alfons". Als ob er es verstanden hätte, drehte er sich um und haute ab. Wir kamen an eine tolle Küste mit wahnsinnig schönem Ausblick, interessanten Felsformationen und einem Bratwurststand: Die letzte Bratwurst vor Amerika! Einen Tag später waren wir dann in einer weiteren tollen Stadt in Portugal, nämlich Lissabon. Dort machte ich mit einigen Teilnehmern der Reisegruppe einen Sonderausflug, in dem wir mit einer alten Straßenbahn die Stadt erkundeten. Es war vergleichbar mit einer CableCar in San Francisco, nur das die Straßen hier viel enger und die Wagons etwas kleiner waren. Es hat jedenfalls ne Menge Spaß gemacht und man sah welche Probleme das aber auch im Straßen- verkehr verursachen kann. Wenn zum Beispiel nur einmal jemand kurz parkt, um einen Laden zu beliefern, steht dann schon der ganze Verkehr still, weil keine Bahn und kein anderes Fahrzeug mehr daran vorbei kommt. Lissabon hat auch so viel zu bieten, wir besuchten noch einen großen Marktplatz gingen durch Einkaufspassagen und besuchten ein Kloster. Es gibt auch eine Brücke, die der Golden-Gate-Bridge ziemlich ähnlich sieht und soweit ich weiß sogar aus dem selben Material hergestellt wurde. 

Nach zwei weiteren erholsamen Tagen auf See kamen wir schließlich in Sant Malo, Frankreich an. Dort gingen wir von Bord und lernten im Bus unseren Reiseleiter vor Ort kennen, der mit uns einen Ausflug in die Stadt Rennes machte. Wenn man sich an die südländliche Architektur und das warme Wetter die letzten Tage gewöhnt hatte merkte man jetzt, dass man natürlich weiter in den Osten vorgedrungen war, denn es wurde dann auch zunehmend wieder kälter. Rennes war eine kleine Stadt in Frankreich, die mich sehr an Mühlhausen in Thüringen erinnerte. Wir besuchten eine Kathedrale, das Rathaus, gingen durch die Straßen und sahen uns einige Häuser an. Läden hatten kaum offen, jedenfalls noch um die Zeit. Es war 9.45 Uhr morgens, die meisten öffneten wohl erst später. Wie unser Reiseleiter sagte: "Die Inhaber öffnen ihre Geschäfte eh nie früh, weil keiner kommt und die Gäste gehen nicht hin, weil keiner aufmacht." Die Franzosen eben.  Unser vorletztes Ziel war schließlich Brügge in Belgien. Dort machten wir auch wieder einen Ausflug mit der Reiseleitung, doch leider war dieser Ausflug nicht sehr schön organisiert worden. Wir bekamen keine Funkgeräte dieses Mal und unser Reiseleiter war ein MitSiebziger, der nur sehr gebrochenes Deutsch sprach und daher kaum bis gar nicht zu verstehen war. Doch mit dem Wetter hatten wir ausgemacht Glück. Oft kamen dunkle Wolken am Himmel zum Vorschein, doch kein einziger Tropfen kam herunter und die Sonne boxte sich immer wieder durch. Nachdem wir dann also die Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten kam es noch einem weiteren Highlight: einer kleinen Bootsfahrt durch die Stadt. Wir saßen als Gruppe in einem kleinen Boot und schipperten den Kanal entlang, wo wir noch einmal eine ganz andere Sichtweise auf die Stadt bekamen. Wir dachten erst, da es am Anfang kühl und grau war, dass die Bootsfahrt wohl nicht so toll werden würde, aber letztenendes war das Gegenteil der Fall. Zum Schluss hatten wir noch etwas Freizeit und konnten die Gegend erkunden. Nun, wenn es eins gibt, was ich früher geliebt habe, waren es die belgischen Meeresfrüchte aus Nougat. Heute esse ich ja kaum noch Süßkram, auch wegen meines Fitness- Programms für "PHANTOM II", doch wenn man schon in dem Land ist, wo die Schokolade herkommt muss man(n) doch einfach mal sündigen. Und ja, das wars wert ... 
Unser letztes Reiseziel war Amsterdam, Holland. Dort hatten wir einen tollen Rundgang mit einer sehr lieben Reiseleiterin, die uns viel erklärte und uns ins Zentrum der Stadt führte. Bisher kannte ich Amsterdam nur aus Film und Fernsehen. Mir gefiel die Stadt jedenfalls sehr gut, die Archi- tektur, die freundlichen Menschen, das Klima. Natürlich habe ich auch dort viel gefilmt. Sobald ich kann werde ich auch wieder mit der Arbeit an einem neuen Film anfangen, für den ich bis jetzt aber noch keinen offiziellen Titel habe und dann gibts da wesentlich mehr zu sehen. Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Bericht ein bisschen was von dem mitgeben, doch mit dem passenden Film dazu wirds dann viel besser. 

 

Insgesamt betrachtet war es bis auf ein paar kleine Pannen, die wohl bei jeder Reise auftreten können, eine tolle Erfahrung wieder. Manchmal, wenn ich dann wieder in Leipzig bin und es mit den anderen Ländern und Städten vergleiche, die ich gesehen habe, kommt mir Leipzig manchmal doch vergleichsweise langweilig vor für einen Moment. Doch möchte ich in den anderen Ländern leben? Ich denke nein, denn es ist auch immer wieder schön zu Hause zu sein. 


ST*

 

Zu meinen Bildern von der Reise gehts hier auf einem Blog: 

https://www.stephantaubert.eu/single-post/2019/05/31/Von-Genua-bis-Amsterdam---Stephan-reist-um-die-Welt---Ep-4-1

 

 

 

 

 

 

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