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Im Rückblick: "Sieben Nächte am See" (2010)

November 7, 2019

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Im Rückblick: "Sieben Nächte am See" (2010)

November 7, 2019

"Im Leben eines jeden Menschen gibt es Wendepunkte. Manchmal bemerkt man sie kaum, manchmal bekommt man sie unweigerlich zu spüren. Die Geschichte, die ich dir heute erzählen will, handelt von einem solchen Wendepunkt in meinem Leben. Einem Wendepunkt, der auch eine sehr schmerzhafte Erfahrung für mich war."

 

Mit diesen Worten beginnt der Film "SIEBEN NÄCHTE AM SEE", dessen Dreharbeiten vor knapp über 10 Jahren im September 2009 begannen. Damals war ich 21 Jahre alt und dieses Projekt war mein erster wirklich großer Spielfilm. Zur damaligen Zeit war meine Ausrüstung noch wesentlich kleiner. Es gab zum filmen nur einen Mini-DV Camcorder mit aufgeschraubtem Mikrofon, spärliche Beleuchtung und insgesamt nur sehr wenig Geld zur Verfügung für Requisiten und eventuelle Reise-kosten, sodass wir versuchen mussten aus dem, was wir zu jener Zeit zur Verfügung haben das höchstwertigste rauszuholen, was jedoch seit meinem ersten Film immer mein oberstes Motto war. Natürlich hätte der Film mit meinen heutigen Möglichkeiten, die in Sachen Technik und Nachbearbeitung machbar sind, einen anderen Look, das ist ganz klar, dennoch bin ich auf diesen Film nach wie vor sehr stolz. Nachdem "ISABELLS TRAUM" und "DIE VERLORENE TOCHTER" eher mäßig beim Publikum bei der Premiere im Prager Frühling ankamen, war es vor neun Jahren - am 6. November 2010 - genau dieser Film, der wieder ein volles Haus zur Premiere einbrachte und das Publikum mit der Story fesselte. Beginnen tut es ca. 40 Jahre in der Zukunft an einem abgelegenen See, an dem ein älterer Mann, David Neumann - gespielt von meinem Vater, zusammen mit seiner Tochter Isabella sitzt und ihr mit denen am Anfang zitierten Worten beginnt eine Geschichte zu erzählen. In in ihren Händen hält die junge Isabella - gespielt von Marie Spinka - eine Halskette, die für ihren Vater offenbar eine besondere Bedeutung hat. Sie war seinerseits ein Geschenk für ein Mädchen in seiner Jugend, für seine erste große Liebe, die jedoch ein traumatisches Ende nahm, wie er nach all dieser Zeit offenbart. Nun erzählt er ihr in Abschnitten über sieben Nächte lang sein dunkelstes Geheimnis, was er niemals sonst jemandem anvertraut hat. 

 

Ich teilte mir damals die Rolle des David Neumann mit meinem Papa. Er spielte das ältere Ich in der Zukunft und ich das jüngere Ich in der Gegenwart. Ich nahm dieses Projekt besonders ernst, sowohl in der Regie, als auch als Schauspieler natürlich. Wie bereits erwähnt waren unsere Möglichkeiten damals noch recht begrenzt, da es zu diesem Zeitpunkt auch keinerlei Sponsoring für meine Filmprojekte gab. Die Dreharbeiten hatten damals noch keinen konkreten Plan, wir drehten immer, wenn wir alle Zeit hatten und so zogen sie sich über 10 Monate hin und wurden im Sommer 2010 schließlich beendet. Doch rückblickend habe ich, bis auf ein paar wenige Ausnahmen nur positive Erinnerungen an die Drehzeit und war umso erfreuter über den großen Erfolg in der Kinobar Prager Frühling damals. Das Publikum war begeistert und gratulierte mir zu der spannenden Story und man hätte bis zu einem gewissen Zeitpunkt nie gemerkt, wer denn der eigentliche Bösewicht war, jedoch wie gut auch dargestellt wurde, wie sich die Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln. Ebenso rückblickend fällt mir als Darsteller auch auf, dass ich manchmal doch etwas besser hätte sprechen können ohne zu sehr auf den Akzent aufmerksam zu machen, aber es war halt noch eine andere Zeit und ich war noch relativ am Anfang des Filmemachens.

 

Die Kernfrage des Films war ja: "Wie gut kennst du wirklich all die Menschen, die du liebst?" Sicherlich eine Frage, die wir uns im realen Leben auch öfter mal stellen sollten, denn wie die Protagonisten im Laufe der Story lernen, sind Freunde nicht immer Freunde und manchmal können die, die wir vielleicht nicht leiden können oder als Feinde betrachten auch zu Freunden werden, denn sie sind vielleicht gar nicht, wie wir denken.  Und da wären auch noch die Auswirkungen dramatischer Ereignisse, die einen ein Leben lang verfolgen können. 

 

Damals während der Planung des Films war ursprünglich auch geplant den Film als Einteiler enden zu lassen, jedoch reizte mich da auch schon der Gedanke mal eine Fortsetzung oder Trilogie zu drehen, so entschied ich mich für ein offenes Ende, das eine Fortsetzung erlaubt. Die Rolle des David Neumann ist für ich immer noch einer meiner liebsten Rollen aus meinen eigenen Filmen gewesen, allein schon, weil es die einzige war, die ich zwei Mal gespielt habe. Eine Trilogie wurde es nicht, auch wenn ich in den letzten zwei oder drei Jahren (auch während bestimmter Szenen in "DIE MACHT DER TRÄUME") den Gedanken hegte nach all den Jahren eine Fortsetzung zu drehen, die ich aber endgültig wieder verwarf, da nach zwei Teilen die Geschichte erzählt war und die Figuren alle zu einem Ende gebracht wurden. Qualitativ ist er natürlich den heutigen Filmen meiner Reihe unterlegen, aber nichtsdestotrotz werde ich die Wurzeln meiner ersten Erfolge natürlich nie vergessen und auch stolz auf diese zwei Filme zurückblicken. 

 

"SIEBEN NÄCHTE AM SEE" feierte am 06. November 2010 Premiere in der Kinobar Prager Frühling und wurde ein voller Erfolg, so kam es dann 2011 zum fünfjährigen Jubiläum meines erstens Films zur Fortsetzung: "AUS DEM TAGEBUCH EINES VATERS". 

 

ST*

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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